Was es WIRKLICH bedeutet, ein Yogi zu sein - und Patanjalis 10 Gebote dazu

Aktualisiert: 4. Juli 2019



Ich selbst sage es immer wieder und auch gerne: „ich bin ein Yogi !!“

-vielmehr und richtiger: eine YOGINI💖


...aber tatsächlich leider noch weit davon entfernt!!!

Aber das Wort “Yogi” ist in unserer Kultur augenblicklich ein echtes „It- Wort“, das oft & (werbe)wirksam in vielen Zusammenhängen der westlichen Welt einsetzen wird.


So gibt es, um nur einiges zu nennen: „Yogi-Weisheiten“, „Yogi Tees“, „Yogi-Frühstücksbrei“, „Yogi Socken“ – unendlich viele Inhalte, Gegenstände und Happenings werden gerne und oft mit dem Wort YOGI verbunden, präsentiert und beworben.


Interessanter Weise geschieht dies in der indischen Tradition, dem Ursprungsland dieses Begriffs ganz und gar nicht und die Bezeichnung wird ganz anders ( u.a. seeeehr zurückhaltend!!!) benutzt und eingesetzt.


Denn Yogis sind dem Ursprung nach Menschen, die einen ganz bestimmten Lebensweg für sich gewählt haben und ebenso bestimmte Eigenschaften und Qualitäten ausstrahlen.


Ihr Leben wird in Indien als beispielhaft für jeden anderen wahrgenommen und dient damit als Quelle der Inspiration und Orientierung.



Aber was sind die Eigenschaften, die so viele andere Menschen anziehen?


Tatsächlich verkörpert ein Yogi keine „hinduistischen“ Qualitäten, (d.h. Prinzipien, die von den AnhängerInnen der indischen Religion, dem Hinduismus, angestrebt werden) –

Vielmehr kann seine Lebensführung generell und damit in allen Nationen, Ländern und Kulturen geltend, als erstrebenswert beurteilt werden.



Die universellen Eigenschaften eines Yogis - wie ein Yogi definiert wird


Vor allen Dingen ist ein Yogi niemals eingeschränkt durch bestimmte Glaubensgrundsätze oder gar Glaubensgesetze, die seine Werte begrenzen oder vielleicht sogar verbieten könnten.

Vielmehr lebt er in vielerlei Hinsicht auf eine sehr offenen, freie und „schamfreie“ Art und Weise.


Interessanter Weise geschieht dies in der indischen Tradition, dem Ursprungsland dieses Begriffs ganz und gar nicht und die Bezeichnung wird ganz anders ( u.a.seeeehr zurückhaltend!!!) benutzt und eingesetzt.



In der Bhagavad Gita beschreibt Krishna die Lebensweise eines Yogis wie folgt:

“Fearlessness, purity of heart, perseverance in acquiring wisdom and in practicing yoga, charity, subjugation of the senses, performance of holy rites, study of the scriptures, self-discipline, straightforwardness; Noninjury, truthfulness, freedom from wrath, renunciation, peacefulness, nonslanderousness, compassion for all creatures, absence of greed, gentleness, modesty, lack of restlessness; Radiance of character, forgiveness, patience, cleanness, freedom from hate, absence of conceit—


these qualities are the wealth of a divinely inclined person, O Descendant of Bharata.”


(sehr frei von mir übersetzt: “Angstfrei, reinen Herzens, Beharrlichkeit darin ausübend, Weisheit zu erlangen, Yoga praktizieren, Wohltätigkeit gegenüber anderen zeigen, Beherrschung aller Sinne, Ausübung heiliger Rituale, Studium von heiligen Schriften, Selbstdisziplin, Weiterentwicklung, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl mit allen Lebewesen, Gewaltfreiheit in jeder Hinsicht , Bescheidenheit, Sanftheit, Nachsichtigkeit, Friedfertigkeit, Verzicht ausübend, frei von Rastlosigkeit, Neid, Hass, Missgunst, Zorn- diese Eigenschaften sind der Reichtum einer „göttlich“ geneigten/ mit der Schöpfungskraft verbundenen Person, O Nachkomme der Bharata“)


Anhand dieser Quelle wird schnell deutlich, dass ein Yogi nicht zu einer bestimmten „Religion“ zuzuordnen ist.

Vielmehr ist der Yogi durch die Ausübung und Berücksichtigung all dieser zuvor aufgeführten Attribute bereits über jede weltliche Religion hinausgewachsen.



Berühmte Yogis unserer Zeit


Nun zu einer Reihe von Menschen, die vor diesem Hintergrund als WIRKLICHE Yogis bezeichnet werden können.

Sie alle stammten aus den unterschiedlichsten Religionen oder folgten sogar ganz eigenen nicht religiösen, spirituellen Gesetzen:


Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Mutter Theresa, Nelson Mandela und der Dalai Lama ...um nur einige zu nennen...




Sie alle lebten bzw. leben nach den Prinzipien eines Yogis und brachten/bringen auf ihre Weise viel Licht und Liebe in unsere Welt und dienen als große „Role Models“ – Idole, die von vielen Menschen verehrt werden, zu denen viele Menschen aufschauen.


Und weiter überrascht es daher wenig, dass auch Jesus als ein wirklicher und wahrhaftiger Yogi bezeichnet werden kann.




Und so wird schließlich durch all diese wunderbaren Menschen deutlich:


Möchtest du ein WIRKLICHER Yogi sein, dann ist es egal woran du glaubst,-

einzig wichtig ist, wie du lebst!




10 einfache Hilfestellungen zu einem Leben als WIRKLICHER Yogi von Patanjali

- die Yamas & Niyamas -





Sicherlich gibt es nun viele verschiedene und wunderbare Pfade, um den Lebensweg eines wahrhaftigen Yogis mit all seinen Qualitäten und Merkmalen einzuschlagen.

Orientierung und Halt findet sich in allen spirituellen und zum Teil auch religiösen Quellen, in denen die gesamtheitliche Weiterentwicklung des Menschen in den Mittelpunkt gerückt wird.


Doch heute möchte ich hier die Quelle vorstellen, die mir persönlich am anschaulichsten darstellt, wie es gelingen kann, die Lebensführung eines wahrhaftigen Yogis – einer wahrhaftigen Yogini - zu erlangen.


Für mich ist es das Studium des „Yoga-Sutra“ von Patanjali, das diese Lebensführung sehr eingängig und unumwunden lehrt.



Patanjali kann als der Vater des indischen Yogas bezeichnet werde. Im 2. Jhd. vor Christus lebend, schrieb er das „Yoga-Sutra“, in dem es ihm gelang, das gesamte Yoga-Wissen in einer wunderbaren Essenz zusammenzufassen. Patanjalis Quintessenz selbst, kann in den folgenden zwei Hauptsätze präsentiert werden:


"Yoga ist die Beruhigung des Geistes. Dann verweilt der Yogi im Licht."


Laut Patanjali besteht der Weg der Ruhe darin, im Laufe des eigenen spirituellen Lebenswegs immer stärker den Geist zu befrieden und schließlich im Stande zu sein, in völliger Gedankenruhe zu leben und ausschließlich nur dann zu denken, wenn man das Denken auch wirklich benötigt.


Je mehr man dabei in der Ruhe verweilen kann, umso größer wird das innere Glück und umso weitreichender das Licht ( d.h. die Erleuchtung).


Patanjali macht immer wieder deutlich, dass das innere Glück nur langfristig zu entwickeln ist und nur durch anhaltende Übung erlangt werden kann.


Um den Geist zu beruhigen, rät Patanjali dazu, einen Zwei-Stufen-Weg zu gehen.

In der ersten Stufe entwickelt der Mensch positive Eigenschaften. In der zweiten Stufe wird die Meditation ausgeübt.


Patanjali benennt dazu 10 konkrete positive Eigenschaften, die seiner Auffassung nach für die Entwicklung des inneren Glücks (der eigenen Erleuchtung, im Licht leben) besonders wichtig sind.


1. Gewaltlosigkeit (Ahimsa) = Keine anderen Wesen töten.

Friedfertig sein. Gewaltfreiheit in Taten, Worten und Gedanken. Sanftmütig leben.




2. Wahrhaftigkeit (Satya) = In der Wahrheit leben.

Generelle Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und auch gegenüber anderen. Keine Lügen aus Bequemlichkeit. Ein einer Zweifelssituation schweigt ein Yogi! Eine Lüge ist nur als Ausnahme in einer gut begründeten Situation zulässig, z.B. wenn das Leben eines anderen Lebewesens durch eine Lüge gerettet werden kann. Denn, wer IMMER in der Wahrheit lebt, der/die strahlt dies auch aus. Als Folge daraus werden die Mitmenschen ihm/ihr vertrauen und erst dadurch wird es möglich, sie spirituell zu erreichen.


3. Rechtschaffenheit (Asteya) = Nicht stehlen und nicht betrügen.

Ein Yogi sucht auch im Berufsleben stets den fairen Handel und strebt den gerechten Ausgleich an. Er ist niemals auf einen ungerechtfertigten Vorteil aus und gibt dem Geschäftspartner eher zu viel als zu wenig. Natürlich nimmt er auch nichts, was nicht ihm gehört.


4. Weisheit (Brahmacharia) = Im Schwerpunkt spirituell leben (in der Weisheit leben/Brahmacharia).

Nicht im Materiellen verhaftet sein, nicht dem Geld dienen, sondern der Schöpfung dienen. In dem Bewusstsein leben, dass die gesamte Schöpfung aus einer einzigen Quelle stammt. Dabei das rechte Maß in allem finden und auch mit den eigenen Kräften haushalten- die Balance zwischen Genuss und Verzicht ausloten.




5. Einfachheit (Aparigraha) = Mäßigung in äußeren Genüssen.

Sein statt Haben. Bescheidenheit, die sich nicht nur auf Besitz bezieht, sondern betrifft auch die geistige Haltung eines Menschen zu dem, was die Erde, die Mitwelt, die Mitmenschen uns bieten.

Ein Yogi verwendet seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass die Energie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt.

Eines Tages ist er dann in der Lage dauerhaft aus Gott (dem Kosmos) Energie zu erhalten, sie durch sich hindurchfließen zu lassen und sie durch Taten der Liebe an andere Lebewesen weiterzugeben. Dann wächst er ewig in seiner Energie und seiner Liebe.


6. Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvara-Pranidhana) = Sich nicht hilflos ausgeliefert fühlen, sondern über innere Hingabe (Meditation) das Vertrauen in die Schöpfung spüren.

Besinne dich auf ein spirituelles Ziel, damit du deinen spirituellen Weg nicht verlierst. Du kannst ein Bild verehren, eine Naturerscheinung, dich vor einer Statue verbeugen oder auch ein mantra rezitieren. Folge deinem inneren Kompass: finde dein spirituelles Ziel.


7. Egoopfer (Shaucha) = Läuterung/Reinigung.

Ohne die Opferung des Egos gibt es keine Erleuchtung. Dieser Weg der Reinigung beschreibt das Loslassen, Entfernen und damit Reinigen auf allen Ebenen, in allen Bereichen des Lebens (was isst du, liest du, was konsumierst du, was tust du?).

Dabei ist weniger oft mehr. Durch Shaucha wird auch klar, ob eine Gewohnheit/ eine Tätigkeit der Entwicklung des Geistes dienlich ist.




8. Zielstrebigkeit (Tapas) = Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein klarer Weg des Übens.

Tapas verleiht dir Charakter, Disziplin und Durchhaltevermögen. Es bedeutet die Energie aufbringen, die du benötigst um mit Leidenschaft und klarer Orientierung die eigenen Zielen anzusteuern. Und besitzt du genügend Ausdauer und Durchhaltewillen, dann siegst du auch auf dem spirituellen Weg. spirituellen Weg gehen.


9. Selbststudium (Svadhyaya) = Lerne dich selbst besser kennen, reflektiere dich, studiere dich und lerne somit das „Göttliche“ in dir kennen.

Es ist die Frage nach der Natur des „Atma“- „Wer bin ich?“ Das tägliche Lesen heiliger Schriften großer Gelehrten hilft dir dabei, dich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben und dich dabei gleichzeitig selbst zu reflektieren. Eine tägliche Lesemeditation stärkt dich auf dem spirituellen Weg, reinigt deinen Geist, verfeinert und erhebt ihn.




10. Zufriedenheit (Santosha) = Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Sei Dankbarkeit - auch für die noch so kleinen Dingen in deinem Leben. Nimm eine Haltung ein, die frei ist von Erwartungen und übe dich in Gleichmut. Welche Dinge in deinem Leben erfüllen dich mit tiefer Dankbarkeit? Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen?



Ich hoffe, diese kleine Lektüre hat dich inspiriert und dein Bild von einem WIRKLICHEN Yogi ein wenig erhellt oder vielleicht sogar vervollständigt.


Nun wünsche ich dir einen wunderbaren Sommermonat Juli, mit ganz viel Sonnenkraft, Wärme & Licht & OM


☀️🌳🕉


***SAT NAM*** & namasté


deine katja Dass Pavan Kaur

SpiritRisingYoga

Mein größter Dank gilt meinen wichtigsten Lehrern:

meiner Familie,

Yogi Bhajan, Osho, Gurmukh, Ravi Singh,

Gurucharan Singh Khalsa

Satya Singh, Kalashatra Govinda, Rumi

Katja Dass Pavan Kaur - 2020

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